Partnersuche

Liebe auf den ersten Blick – gibt es sie wirklich?

Zwei Augenpaare treffen sich – es macht „Bumm“ und die Welt schimmert plötzlich rosarot. Hollywood hat uns vorgemacht, eine solche Situation könne uns überall treffen. Im Schwimmbad, an der roten Ampel, vor dem Supermarktregal, von einem auf den anderen Moment, könnte sich unser Herz für einen völlig Unbekannten entscheiden. Viele sagen sogar, dass man sie online finden kann. Die einen sehen es als Schicksal, die anderen glauben nicht dran. Liebe auf den ersten Blick – Mythos, oder Wirklichkeit? 

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Die Erklärung: Ist es Biologie, oder doch der Glaube?

Um das Phänomen Liebe auf den ersten Blick zu erklären, muss es von zwei Seiten betrachtet werden. Die eine Seite stellt sich ganz nüchtern und erklärbar dar: Biologie. Die andere Seite lebt von Erzählungen, unerklärbaren Emotionen und dem allerwichtigsten Faktor: der tiefe Glaube.

Aus biologischer Sicht gesehen, lässt sich das Phänomen Liebe auf den ersten Blick relativ leicht erklären. Der menschliche Körper ist mit verschiedenen Mechanismen ausgestattet, die uns bei der Partnersuche unterstützen. Sie können sich diese Mechanismen ein bisschen wie Antennen vorstellen, die uns zum passenden Partner führen sollen. Treten wir mit einem anderen Menschen in Blickkontakt, spielt sich in unserem Gehirn ein regelrechtes Feuerwerk ab. Unsere Augen checken in Windeseile, ob unser Gegenüber in das Bild eines möglichen Partners passt. Geschlecht, Alter, gesundheitlicher Zustand, all die wichtigen Faktoren, die im biologischen Sinne für unsere Partnerwahl relevant sind. Die menschliche Natur ist hier nur auf eines ausgerichtet: Fortpflanzung, um das Überleben der Spezies sicherzustellen. Das allein erklärt allerdings nicht, warum wir zueinander finden.

Gemeinsamkeiten stärken 

Ob zwei Menschen eine stabile Beziehung aufbauen können, entscheidet sich nicht nur anhand der Biologie, sondern auch durch die Kompatibilität ihrer Charakterzüge. Werden die gleichen Werte vertreten? Bestehen Gemeinsamkeiten, auf denen die Liebe aufgebaut werden kann? So wichtig unsere Biologie auch ist, was die Beziehungen des Menschen erfolgreich macht, ist die Fähigkeit die Partnerwahl durch viel mehr Faktoren beeinflussen zu können, anstatt nur auf Hormone und Fortpflanzung zu setzen.

 

Liebe auf den ersten Blick – Ein Spiel unserer Hormone?

Haben unsere Augen registriert, ob sich vor uns ein Mensch befindet, der sich nach optischen Gesichtspunkten für die Fortpflanzung eignet, werden weitere Kriterien hinzugezogen. Welche Zusammensetzung haben die Ausdünstungen seines Körpers? Oder besser gesagt: Wie riecht der möglicherweise zukünftige Partner? Auch wenn Sie es nicht direkt bemerken, der Körper sendet zu jeder Zeit hormonelle Signale aus, die für unsere Nase interpretierbar sind. Frauen werden während der Fruchtbaren Zeit von Männern zum Beispiel als besonders wohlriechend empfunden, da der verbundene Hormoncocktail in der Nase des Mannes ein „Sofort Fortpflanzen!“-Programm auslöst. Aber auch Frauen sind vor hormonellen Dünsten nicht gefeit. Während sie abseits der fruchtbaren Tage eher auf Männer mit einem geringeren Testosteronspiegel anspringen, ist ihre Nase zur Zeit des Eisprungs besonders empfänglich für herumschwirrende männliche Hormone.

Nicht nur unsere Hormone entscheiden

Abgesehen von Hormonen und Optik, spielt die Körpersprache eine entscheidende Rolle. Auch wenn wir nicht miteinander sprechen, sendet unser Körper kleine Signale aus, die wir unbewusst wahrnehmen können. Die Körpersprache eines Menschen signalisiert uns zum Beispiel, ob dieser nervös ist, oder nur so vor Selbstbewusstsein strotzt. Die Körpersprache ist essentiell wichtig, um einschätzen zu können, wie sympathisch uns ein Mensch ist, mit dem wir noch nicht einmal ein Wort gewechselt haben. Wurde das Gegenüber als wohlriechend, attraktiv und sympathisch identifiziert, könnte es schon passiert sein. Ein warmes Gefühl breitet sich im Körper aus, der Puls steigt und wir haben die Wahl: Angriff oder Flucht.

Um die Liebe auf den ersten Blick zu festigen und herauszufinden, ob es sich nicht doch nur um ein Strohfeuer handelt, bietet es sich an, Gemeinsamkeiten aneinander zu entdecken. Hier spielt die Online-Partnersuche ihre Stärken aus. Gut gepflegte Profile geben Aufschluss über Interessen und Neigungen des möglichen neuen Partners. Fragen nach Alter, Herkunft und Hobbys können auf einen Blick beantwortet werden und beschleunigen den Kennenlernprozess.

 

Verliebtes Paar teilt sich ein Hobby, das Fahrradfahren und ist dabei ein glückliches Paar. So verfestigt sich die Liebe auf den ersten Blick.

Gemeinsamkeiten stärken die Liebe auf den ersten Blick. Bild: iStock by Getty Images

 

Verliebt in ein Bild – Liebe auf den ersten Blick bei der Online-Partnersuche

Wie kann es aber sein, dass einige Online-Paare vehement behaupten, sich sofort Schockverliebt zu haben, obwohl sie sich in diesem Moment nicht gegenüberstanden? In Zeiten der Online-Partnersuche kommt es immer häufiger vor, dass das erste Kennenlernen vor einem Bildschirm vonstattengeht und sich auf wenige Fotos und Informationen beschränkt.

Rein biologisch gesehen, kann das doch nicht zur Liebe auf den ersten Blick führen, oder?

Der erste für die spontane Schockverliebtheit wichtige Aspekt, ist auch bei der Online-Partnersuche erfüllt: der Optik-Check. Genau wie im realen Leben sorgt das Betrachten von Bildern möglicher Partner dafür, dass in unserem Gehirn die gleiche Liste abgehakt wird, wie im realen Leben. Sieht das mögliche Objekt der Begierde gesund aus? Passt das Alter? Sind die allgemeinen Kriterien erfüllt, kommt bei der Online-Partnersuche ein essentiell wichtiger Aspekt zum Tragen: das Bauchgefühl.

Haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie einen Menschen, den Sie noch nicht einmal kontaktiert hatten, nur anhand seines Online-Profils so interessant fanden, dass der kleine wichtige Funke schon übersprang? Bei der großen Auswahl potenzieller Partner im Internet gar nicht so unwahrscheinlich, schließlich werden Ihnen Partner vorgestellt, mit denen Sie Gemeinsamkeiten teilen. Es ist hochgradig spannend, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, mit dem eigenen Bauchgefühl richtig zu liegen. Zu erkennen, dass der Mensch auf dem Bildschirm zu einem passt, ohne je ein Wort gewechselt zu haben, faszinierend, nicht wahr?

 

Wie erkenne ich Liebe auf den ersten Blick?

  • Sie können den Blick nicht mehr von der Person abwenden
  • Sie entwickeln plötzlich eine hohe Nervosität, möglicherweise fangen Sie an zu schwitzen
  • Sie fühlen ein besonderes, wohliges Gefühl in Ihrem Körper. Oftmals wird dieses Gefühl als „Schmetterlinge im Bauch“ beschrieben
  • Sie haben den Wunsch mehr über den Menschen zu erfahren, der Ihnen gegenübersteht
  • Sie können sich haargenau an die Situation des Zusammentreffens erinnern. Wie war das Wetter, welche Hintergrundmusik war zu hören? Löst etwas in unserem Körper starke Emotionen aus, saugen wir alle Eindrücke um uns herum regelrecht auf.

 

Im Moment des Entstehens ist eine spontane Schockverliebtheit allerdings noch nicht abschließend definierbar. Wichtig ist, was danach passiert. Erst wenn sich die Gedanken ständig um diese eine Person drehen, der Kopf wie rosarot vernebelt scheint, wird es spannend. Dann kann rückblickend betrachtet behauptet werden: Das war Liebe auf den ersten Blick. Ob diese Liebe halten kann? Das liegt ganz bei Ihnen. Egal wann, wie und wo Sie sich verliebt haben – Das Gelingen einer Beziehung hängt vom Umgang miteinander ab. Auch die Liebe auf den ersten Blick braucht Pflege, vernachlässigen Sie das nicht.

 

Das mit der Liebe auf den ersten Blick will nicht funktionieren? Keine Panik, es geht auch anders

Interessant ist, dass diese aufregende Form der Liebe besonders die Menschen erwischt, die ihr offen gegenüberstehen. Wer sich gegen spontane Emotionen sperrt, minimiert seine Chancen für ganz große Gefühle auf den ersten Blick enorm. Positives Denken, auf den Bauch hören und mit offenem Blick durch die Welt gehen, wirkt anziehend auf fantastische „Bumm“-Momente. Es wäre jedoch nicht zielführend, nur nach der Liebe auf den ersten Blick zu suchen. Sie wird zwar als Liebe bezeichnet, entspricht hormonell gesehen jedoch einer Verliebtheit, wie sie auch nach einem längeren Kennenlernen entstehen kann.

Liebe als solches, entwickelt sich aus dieser Verliebtheit erst mit der Zeit. Sie ist ein wunderbarer Anfang, da sie viele Voraussetzungen für eine langfristige Partnerschaft mitbringt. Macht es spontan „Bumm“, ist das wundervoll. Bleibt diese Verblüffung jedoch aus, ist Hopfen und Malz noch lange nicht verloren. Liebe zeigt sich in so vielen unterschiedlichen Fassetten, sodass Sie sich nicht auf eine Art des Verliebens festlegen sollten.

Die Chance auf die wahre Liebe wird nicht davon beeinflusst, wo, wann und wie sich ein Liebespaar ineinander verliebt hat. Ob Liebe auf den ersten Blick oder 1000 Mal berührt, am Ende zählt das gemeinsame Glück, unabhängig davon, wie lang der Weg bis dahin war.

 

 

Das Paar ist glücklich. Die Liebe auf den ersten Blick hat sie zusammengebracht.

Bild: iStock by Getty Images

 

Fazit: Gibt es sie?

Es liegt an Ihnen. Ob es sie nun wirklich gibt, oder wir eine kleine Verliebtheit einfach falsch interpretieren? Diese Frage wird sich nicht abschließend klären lassen. Der Mensch ist ein komplexes Wesen, welches nicht nach Schema-F funktioniert. Was Sie fühlen, kann niemand anderes nachempfinden. Liebe fühlt sich dementsprechend für uns alle individuell an. Definieren Sie für sich selbst, welche Emotionen ein Mensch in Ihnen ausgelöst hat. War es nur ein kleiner Funke? Waren es Schmetterlinge im Bauch, oder war es tatsächlich Liebe auf den ersten Blick? Nur einer kann Ihnen darauf eine Antwort geben: Sie selbst.

 

Sicher ist: auch bei der Online-Partnersuche bleibt der „Bumm“-Moment nicht aus. Und wenn dieser Sie überrollt, dann können Sie sicher sein, dass Sie und Ihr Gegenüber Gemeinsamkeiten haben, auf denen Sie eine langfristige Beziehung aufbauen können.

 

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